Festivalbericht

Castle Rock Festival 2026 – Tag 1

Das Castle Rock Festival in Mülheim an der Ruhr ist seit der ersten Ausgabe im Jahr 2000 zu weitaus mehr als nur einer festen Institution im Ruhrgebiet geworden. Nicht nur die besondere Atmosphäre im mittelalterlichen Burghof, die Herzlichkeit der Crew, die über all die Jahre hinweg das Festival begleitet hatte, sowie die Nähe und Gemütlichkeit ließen die Veranstaltung zu mehr als einem Festival unter vielen werden. Hier wurden Freundschaften geknüpft, Wiedersehen gefeiert und in einem friedlichen Miteinander sämtliche Facetten der schwarzen Szenemusik zelebriert. Das Festival bot stets nebst Größen der Szene besonders auch Newcomern die Möglichkeit einer Bühne. So entwickelte sich das Castle Rock schnell zu einem festen Termin im Kalender – der, aufgrund der festen Größe des Burghofes, stets sein familiäres Flair beibehalten sollte.  
Doch nun öffneten sich die Schlosstore in Broich am 3. Und 4. Juli ein letztes Mal für die Castle Rock Besucher zur letzten Ausgabe des Festivals. Das die Menschen dieses Festival würdevoll verabschieden wollten, merkte man bereits am Freitagnachmittag. Nicht nur, dass die Tickets im Nu ausverkauft waren, schon zum Opener des Tages war der Burghof sehr gut gefüllt.

DIE LEGENDE VON NORD entführte das Publikum in ihre eigene Welt. Mit zahlreichen Requisiten ausgestattet, gelang es Sänger Emu mit seiner markanten Stimme teils makabre Geschichten zu erzählen, über allerhand Bösewichten und Illusionen. Treibende Gitarrenriffs, düstere Melodien und Folk-Metal Sound heizten die Stimmung im Publikum scheinbar mühelos an und forderten unter anderem auf zum „Tanz mit mir“. 
Dabei spielte die Neue-Deutsche-Härte Band aus Niedersachsen auch die ein oder andere gelungene Kostprobe aus ihrem kommenden Album FROST. Hört nach VÖ am 21. August unbedingt mal rein. 

Mit SNOW WHITE BLOOD wurde es anschließend märchenhaft im Burghof. Während das Setting des Festivals einfach perfekt zu der Thematik der Formation passt, musste die Band anfangs leider mit einigen Tonproblemen in den hohen Tönen kämpfen. Doch davon ließ sich Sängerin Sarah Pfannenschwarz nicht beirren und verzauberte das Publikum mit ihrem klassisch ausgebildeten Sopran. Dabei erzählt die Band altbekannte Märchen neu und kombiniert dabei orchestrale Arrangements mit Metaleinflüssen und einer, von Spielfreude geprägten, Bühnenpräsenz.  Marvin und Till an den Gitarren wetteiferten im Headbangen, während Thomas am bass und Andreas an den Drums das Publikum zum Mitklatschen animierten. Unter anderem mit „The Anticipation Of Fear“ gab es auch neues Material der Band zu hören, während es mit dem „Barden Song“ auch kurzzeitig etwas ballardesk wurde.    

Mit THE OTHER betrat Europas bekannteste Horrorpunk Band die Bühne. Das die Formation recht kurzfristig eingesprungen ist, merkte man zu keinem einzigen Augenblick. Mit ihren bekannten Grusel-Outfits,  Klassikern wie „Hellfire“ oder „A Ghost From The 80s“, sowie Songs aus dem aktuellen Album „Alienated“ gelang es der Band leichthin das Publikum abzuholen und zum Feiern zu animieren. Obwohl die strahlende Sonne bei den harten Gitarrenriffs von J. Ends und Van Tom, den punkigen Melodien, den treibenden Drums von Jag Boone , dem Basslines von Rückkehrer Andy Only und der dunklen, markanten Stimme von Rod Usher irgendwie fehl am Platz wirkte, erzeugte die Band dennoch mit ihrer, von Horrorfilmen geprägten, Musik eine besondere Atmosphäre, die zum Tanzen einlud. 

Damit das Publikum erst gar nicht auf die Idee kam, mit dem Tanzen aufzuhören, enterten anschließend TANZWUT die Bühne. Dudelsack Power kombiniert mit Gitarren und dröhnenden Trommeln sorgten dafür, dass die Stimmung im Publikum immer ausgelassener wurde. Mit teilweise bissigen Gags und Kommentaren morderierte Teufel routiniert durch den Auftritt, der noch stark von der „Achtung Mensch“ Tournee geprägt war. Die Spielmänner überzeugten mit neuem Material, wie „Bis zum Meer“ oder dem Titeltrack der namensgebenden Tour, ebenso wie mit Altbekanntem Material, wie „Pack“, „Roter Mohn“ oder „Narziss“. 
Mit „Noch eine Flasche Wein“ wurde es, zumindest musikalisch, kurzzeitig etwas ruhiger, ehe die Show mit Vollgas weiter ging. Tanzwut bewiesen erneut, wie man eine Show als Spektakel präsentiert. 

Ehe NACHTBLUT als Headliner des Tages die Bühne betraten, richtete Veranstalter Michael Bohnes einige Worte an das Publikum, dass als Antwort „Castle Rock! Castle Rock“ skandierte. Das dem Mann hinter dem Festival der Abschied schwer fiel, war nicht zu übersehen. Doch die Traurigkeit über das Ende des Festivals machte die Band Nachtblut schnell vergessen. Mit Greiffs harten Gitarrenriffs, Skolls eindringlichen Drums, Albaz Performance am Bass und Askeroths Stimmgewalt, die mit opulent-atmosphärischem Sound verschmolzen, präsentierten Nachtblut ein Highlight Set aus neuem Material ihres Albums „Todschick“, sowie älteren Songs wie „Leiderkinder“, „Der Tod ist meine Nutte“ oder „Von Hass getrieben“.  Der Prinzen Coversong „Alles Nur Geklaut“ durfte natürlich auch nicht fehlen, zu dem Askeroth die Nähe des Publikums suchte und sich kurzerhand ein Handy aus dem Publikum schnappte, um ein kurzes Video zu drehen.  

Nachdem die letzten Klänge des Abends verklungen und die letzten Seifenblasen aus dem Publikum versprüht wurden, war der erste Tag des Castle Rocks bereits vorüber.

Weitere Bilder der Auftritte findet ihr auf Instagram oder Facebook!

Zum Bericht des 2. Tages geht es Hier Entlang.

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