StormSeeker – Set The Sails Tour
Wie wird man eigentlich ein waschechter Pirat? – Habt ihr euch diese Frage auch schon immer gestellt?
Dann solltet ihr euch die aktuelle Tour der Pirate-Folk-Metal- Band STORMSEEKER nicht entgehen lassen. Am 03. Oktober 2025 setzte die Crew rund um Kapitän und Sänger Sean Graham gemeinsam mit WALDKAUZ als Support Segel gen Coco Island im Osnabrücker WestWerk.
Zunächst nahmen WALDKAUZ das Publikum mit auf eine Reise durch das Land der Sagen, Mythen und Legenden, tanzten mit dem Tod und erzählten Folklore von Göttern und uralten Wesen. Selbst als an der Irish Bouzouki eine Saite riss, wusste Niklas Agalstra dies charmant zu überspielen und das Publikum zum Schmunzeln zu bringen. Während die Band für einen Song ohne sein Instrument auskommen musste, sprang Gitarrist Lennart Krause Sängerin Nina Green zur Seite und übernahm die männlichen Gesangsparts. WALDKAUZ präsentierten neben einem Pottouri aus Songs ihrer früheren Alben einige Lieder ihrer aktuellen Platte „Königin“, dass im März 25 erschienen ist. Besonders Persephone und Artemis blieben an diesem Abend in positiver Erinnerung, wobei das gesamte Album primär starken weiblichen Persönlichkeiten gewidmet ist.
Zu den instrumentalen Klängen von „Quora Iunor“ enterten STORMSEEKER die Bühne, die zu Beginn noch in großen Teilen von einem Segel verdeckt wurde.
Mit „Set The Sails“, dem Titelsong ihres aktuellen Albums, hisste die Band das Segel und brach mitsamt des Publikums auf zur Kaperfahrt durch Piratengefilde – im Gepäck eine Setlist, die mehr als 20 Titel umfasste.
Von neuen Stücken über altbekannte Highlights präsentierten StormSeeker die gesamte Bandbreite ihres Könnens und wurden dafür vom Publikum lautstark gefeiert.
Sänger Sean Graham bewies eine starke Bühnenpräsenz und leitete mit Charme, Witz und seiner sowohl kratzigen, als auch warmen Stimme durch den Abend. Auch spontane Aktionen des Publikums ließ er nicht unkommentiert.
Nach einer Rudereinheit („Row, Row, Row“), bei der fast das gesamte WestWerk mitmachte, und einer Anleitung, was es benötigt, um hauptberuflich Freibeuter zu werden („How To Be A Pirate“) verließ die Nautic Force kurz die Bühne, um kurz darauf aneinandergefesselt und in weißen Hemden gewandet durch das Publikum zu prozessieren. (Musikalisch überaus passend unterlegt mit einer Coverversion von „Hoist The Colors“ von Hans Zimmer aus Fluch der Karibik).
Auf einer Nebenbühne, die mit einem Galgen ausgestattet war, wurden -kurz vor der Hinrichtung wegen Piraterie- einige Shantys und der Song „Stormiest Seas“ a capella gespielt.
Der Henker wurde kurzerhand von Captain Graham überzeugt, sich dem Pirate Squad anzuschließen und fortan als Kanonen-Hannes unter der schwarzen Totenkopf Flagge zu meutern.
Nach einem kurzen Drum-Solo von Olaf Abor setzten StormSeeker ihre Reise auf der Mainstage fort und lieferten mit „Into The Fray“ einen der rockigeren Song ihres neuen Albums, der vor allem durch die Gitarrenriffs von Paulie Docs an Fahrt gewinnt und härtere Klänge anschlägt. Sein Können konnte er auch noch bei einem kurzen Gitarrensolo unter Beweis stellen.
Doch nicht nur Partytaugliche Songs wurden an diesem Abend angestimmt, auch ernstere Titel, wie „One More Day“ schafften es in die Setlist. Fabi Tunes konnte hier nicht nur ihr Talent an Drehleier und Flöte demonstrieren, sondern übernahm auch die weiblichen Gesangsparts, die wunderbar mit Sean Graham harmonisierten. Darüber hinaus machten StormSeeker auf das Projekt Mentality aufmerksam, das sich unter anderem für musikalische Teilhabe aller Kinder einsetzt.
Auch das geheime 6. Bandmitglied, Weintraud, geriet an diesem Abend sehr häufig in den Fokus von Ughar dem schrecklich Durstigen, der nebst Keyboard, auch seiner Verantwortung gerecht wurde, die Crew stets mit ausreichend Getränken zu versorgen.
Mit dem Cover von „Old Maui“ und „The Longing“ neigte sich der Abend langsam den Ende entgegen. Mit kräftiger Unterstützung von WALDKAUZ stimmte STORMSEEKER ihren neuesten Song, eine Coverversion von „500 Miles“ stimmgewaltig als erstes Encore an. Mit „Miles & Miles“ kehrten die Piraten schlussendlich von ihrer Tour durch die 7 Weltmeere heim und beschlossen mit „Homeward Bound“ endgültig den Konzertabend -dessen Setlist allein schon eine Geschichte erzählt – unter lautem Applaus.
Zurecht – denn dieses Konzert begeisterte nicht nur langjährige Fans, sondern auch bisherige Landratten und beinhaltete alles, was sich das Piratenherz wünschen konnte. Ahoy!
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