Amphi Festival 2025 – Samstag
Zum nunmehr 19. Mal jährte sich das „Kölner Familientreffen“ der schwarzen Szene beim Amphi Festival am Tanzbrunnen.
Auf insgesamt 3 Bühnen zelebrierten am Wochenende des 19. & 20. Juli über 12.000 schwarze Seelen zu Klängen von EMB, Dark Wave, NDH, Gothic & Dark Rock die Szene.
Während MARK BENEKE und CELENE NOX durch das Programm führten und den Frühaufstehern kleine Präsente überreichten, eröffneten die italienischen Gothic Rocker VLAD IN TEARS auf ihrer Amphi-Premiere die Mainstage und heizten dem Publikum mit rockigen Gitarrenriffs ein. Das Set enthielt auch einige brandaktuelle Singleauskopplungen ihres demnächst erscheinenden Albums „Hide Inside“. Mit „I Want This Pain“, sowie „Living Nightmare“ spielten Vlad in Tears sogar zwei bisher unveröffentliche Songs, die Neugierde auf die gesamte Platte weckten.
Anschließend rockten HELL BOULEVARD die Bühne und präsentierten eine gelungene Mischung aus Songs ihres aktuellen Albums „Requiem“ und All-Time-Favourites wie „Zero Fucks Given“, „Satan in Wonderland“ und der schwarzen Hymne „In Black We Trust“. Das Publikum hatte zuvor abgestimmt, ob sie eine sanfte oder harte Setlist wünschten, Mark Beneke bescheinigte amtlich, dass eher die harte Variante bevorzugt wurde – was sich die Kombo natürlich nicht zweimal sagen ließ und vom Publikum auch entsprechend gewürdigt wurde.
Während das Thermometer sich unerbittlich der 30 Grad Marke näherte, versprach der nächste Act des Tages, zumindest dem Namen nach, ein wenig Abkühlung:
EISFABRIK schickten ihren Yeti mit einer Seifenblasenpistole durch die Massen, ehe sie selbst die Bühne stürmten und innerhalb ihres imposanten Bühnensets mitsamt Kettensägen, Schneekanonen und dampfenden Maschinen, performten. Mit einer Mischung aus deutschen und englischen Titeln wurde das Klangbild erstmals auf dem Amphi 2025 elektronisch gefärbt und das Publikum zum Tanzen animiert.
Anschließend wurde es auf der Mainstage todschick: NACHTBLUT spielten in aufwendigen Outfits -die im Laufe der Performance weniger wurden – zahlreiche Songs aus ihrem aktuellen Album, aber auch Highlights der früheren Releases wurden nicht vernachlässigt. Sänger Askeroth animierte das Publikum nicht nur bei dem Prinzen Cover „Alles nur geklaut“ zum Mitsingen und -agieren. Mit „Das Leben der Anderen“ wurde die Band lautstark vom Publikum verabschiedet.
Der letzte Amphi Auftritt für die LETZTE INSTANZ wurde mit den Klängen von „Für Immer und Ewig“ eingeläutet. Die Band löst sich nach ihrer Abschiedstournee bis Ende November 2025 auf, um auch im Sommer Zeit mit der Familie und für den Freibadbesuch zu haben – wie Holly Loose erklärte. Zum „Geigenschüler“ ergoss sich ein Meer aus schwarzen Shirts aus dem Publikum, denn fast alle kamen der Aufforderung nach, ihre Oberteile zur Musik zu schwenken. Ein kleiner musikalischer Querschnitt durch die Bandhistorie gab es für das Amphi Publikum zu hören, ehe sich die Kombo mit „Noch Einmal“ von einem sichtlich gerührten Publikum verabschiedete. Wer die letzte Instanz noch einmal live sehen möchte, sollte sich also ranhalten – und Taschentücher bereithalten!
Mit DIE KRUPPS erhielt auch EBM Einzug auf der Mainstage und mit dem Opener „Nazis auf Speed“ wurde direkt das Publikum direkt auf das gelungene Set eingestimmt. Mit gesanglicher Verstärkung durch Lis van den Akker gab es als dritten Songs mit „Der Amboss“ ein gelungenes Cover von Visage – selbstverständlich mitsamt des Stahlofons, dass aber noch häufiger während der Show zum Einsatz kam. Die Band animierte das Publikum immer wieder zum Mitsingen und Klatschen – und selbstverständlich lieferten die Fans vor der Bühne ab.
Mit CAMOUFLAGE enterte eine Band mit imposanter Geschichte die Bühne des Amphi Festivals. Auch wenn Sänger Marcus Meyn zunächst mit einigen technischen Hürden zu kämpfen hatte, konnte er dies durch seine langjährige Erfahrung gut überspielen – und kaum waren die Funkstrecken repariert gab es sowohl für ihn als auch das Publikum kein Halten mehr. Selbstverständlich durfte der Song „Shine“ nicht fehlen, dessen Chorgesang bei ihrem letzten Amphi Auftritt live aufgenommen und auf Platte gepresst wurde. Neues Material spielten Camouflage leider nicht, dennoch wurden auch die altbekannten Hits wie „Love Is A Shield“ vom Publikum gefeiert und die Band unter großem Jubel verabschiedet.
Als Headliner sprangen PROJECT PITCHFORK für den erkrankten Ronan Harris und VNV Nation ein, der nur wenige Tage zuvor seinen Auftritt absagen musste. Dennoch wurde direkt am Abend verkündet, dass VNV ihre Show im kommenden Jahr nachholen werden. Dennoch meisterte Project Pitchfork die Hürde, die am Tag zuvor beim Amphi-Aufwärm-Programm „Call The Ship To Port“ bereits eine Show gespielt hatten, ein (beinahe) gänzlich anderes Set zu spielen. Lediglich ein Song doppelte sich: Rain, der sogar vom Wetter wortwörtlich unterstützt wurde. Frontmann Peter Spilles holte sich für Ascension gesangliche Unterstützung durch seine Frau auf die Bühne und begeisterte das Publikum, dass lautstark eine Zugabe forderte – und natürlich auch bekam. Die Klänge von „Existence v.4.1“ beschlossen den ersten Amphi Festival Tag 2025.
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