Festivalbericht

Wassenrock Open Air 2026 – Tag 2

Der Samstag begann auf dem Wassenrock mit einem Novum: Zum ersten Mal konnten die Zuschauer vorab online in einem Wettbewerb über den Opener für Samstag abstimmen. Gewonnen hat BACK ONE OUT. Wer die 1 Person Band zunächst nur hörte, wäre nicht auf die Idee gekommen, dass der Mann hinter dem Schlagzeug auch gleichzeitig singt. Während seiner halbstündigen Show bot Alberto Velgi ein, für seine Möglichkeiten, abwechslungsreiches Repertoire an und überzeugte sowohl stimmlich, als auch als Drummer.

RABENGOTT zog das Publikum nicht nur mit einer stimmigen Bühnenshow, bestehend aus ausgefallenen Kostümen, Corpsepaint und Requisiten, in ihren Bann. Das Trio bezeichnet ihre Musik selbst als Dark Rock mit einer Priese schwarzer Magie und setzen dabei auf eine Mischung aus klaren Gitarrensounds & Vocals (Dennis J. Sennenkamp) und elektronischen Einflüssen (Julian Scheer). Und an diesem noch recht frühen Stunden des Tages wusste die Band ganz klar ihre Magie zu wirken, um das Publikum auf den Festivaltag einzustimmen. Auch vom aktuellen Album Sleepwalker spielte die Kombo einige Stücke, wobei ganz besonders „White Widow“ im Gedächtnis blieb, zu dem Bassistin Denise Kylla in einem weißen Hochzeitskleid die Bühne rockte.  

Anschließend gaben sich die Alternative-Rocker EXPLISZ die Ehre auf der Bühne des Wassenrock Open Airs. Die Band kann zwar erst auf 3 Veröffentlichungen zurückblicken, wobei die aktuelle Platte auch bereits 22 Jahre auf dem Buckel hat. Doch live bewiesen Exlpisz, die seit ihrer Gründung im Jahre 1995 in unverändertem Line-up auf der Bühne stehen und weit über 100 Shows gespielt haben, dass sie das Publikum mitreißen können. Seit 2022 wird an neuem Material gearbeitet und man darf gespannt sein, wohin die musikalische Reise der Band noch geht.

Moderner Metalcore mit Einflüssen aus Rap und Elektro, tiefgründige Texte mit Message und treibende Beats gepaart mit einer starken Bühnenpräsenz – nichts Geringeres darf man bei einer Show von NEVER BACK DOWN erwarten. Und genau das hat das Quintett auf dem Wassenrock Open Air geliefert. Mit dabei war selbstverständlich auch die neue Single „Burn For You“ und weitere Songs des aktuellen selbstbetitelten Longplayers. Während Gitarrist und Sänger Daniel Bisic am Mikrofon melodische und auch mal leise, sanfte Töne anschlug, wirbelte Shouter & Rapper Daryl Gora non-stop über die Bühne oder suchte die Nähe zum Publikum an der Barrikade.  

Anschließend wurde es wieder etwas düsterer – zumindest musikalisch. Die italienisch-berlinerische Band VLAD IN TEARS betraten bei stählernstem Sonnenschein die Bühne, was zu zahlreichen gestenreichen Beschwerden von Dario und Kris Miconi führte, da das vampirische Image bei diesem Wetter nur schwer gewahrt werden kann. Dennoch schaffte es die Band, die dieses mal mit Francesco Cosma an den Drums und Puneet Vohra an der Gitarre als Quartett auftrat, ihre Show erfolgreich von einem düsteren Club auf die große, sonnenbeschienene Bühne zu transferieren. Mit einer überraschenden Setlist, die als ein Best-of ihrer fast 20-jährigen Bandgeschichte daherkam, überzeugte die Band das Publikum. Spätestens bei der Coverversion „Running Up The Hill“ und einigen Songs des aktuellen Albums „Hide Inside“ gab es kein Halten mehr. Ob dieses Set bereits ein Hinweis auf die Tour im Dezember und das kommende Doppelalbum zum Bandjubiläum war, können wir hier nicht verraten. Aber am besten findet ihr das selbst bei einer der kommenden Shows heraus. Dann auch wieder in einem düsteren Club. Für das Vampir Image. Apropos Image: Bassist Dario Miconi sorgte für einen der herzerwärmenden Momente des diesjährigen Festivals, als er von quer durch die jubelnde Meute marschierte, um einem Nachwuchs-Fan im Rollstuhl sein Plektron zu überreichen, der ihn daraufhin im Stehen umarmte.
Übrigens entpuppte sich Festival Initiator Reiner Hambücker noch als Instandsetzungsheld für Gitarrengurte, als Darios Gurt auf den letzten Metern des Sets riss.

Das GHOSTHER eine große Fangemeinde auf dem Infield versammeln konnte, ließen bereits vorab zahlreiche orangene Farbtupfer im Publikum vermuten. Die Band versuchte zunächst noch zu eruieren, ob dies primär aufgrund der Nähe zur Heimatstadt Heinsberg so sei, oder doch aufgrund ihrer Musik. Und – entschuldigt bitte den Spoiler: Es lag definitiv an der Musik. Ghosther kombinieren dabei verschiedenste Einflüsse mit Metalcore und lassen sich in keine Schublade stecken. Auch vor ernsten Themen schreckt Sängerin Jenny Gaube nicht zurück, während sie mal hart ins Mikro shoutet, mal sanft und fast schon balladesk über Verluste und Zugehörigkeit singt. Kraftvolle Riffs (Gitarre: Andy Gaube) in Kombination mit emotionaler Tiefe und auch durch das Publikum fliegende Ghosther Bällen lassen das Publikum jubeln, springen und feiern und liefert der Band somit eine sehr eindeutige Antwort auf ihre Eingangsfrage.

Mit BLITZ UNION kehrte ein weiterer Wiederholungstäter auf die Bühne des Wassenrock Open Airs zurück. Das tschechische Synth-Rock Quartett sorgte mit ihrem Auftritt zweifelsfrei dafür, dass der Wert der „Blitzcoins“ zulegte. Mit einer sowohl optisch, als auch musikalisch gelungenen Show und überdimensionalen Bühnenaufbauten überzeugten Sänger Mark Blitz, Gitarrist Shodushi, Bassist Schtorm und Drummer Govenor restlos. Besonders Mark Blitz zeigte sich an diesem Abend sehr offen. Die 2019 gegründete Band konnte in ihrer vergleichsweisen noch recht jungen Karriere bereits auf mehrere Highlights zurückblicken, wie einem Auftritt im legendären Whiskey A Go Go oder dem Mera Luna. Und jetzt ein zweiter Auftritt auf dem Wassenrock, auf dem sie besonders auch ihr aktuelles Album Evolution, dass im Januar 2026 erschienen ist, in einer Livefassung präsentierten. Natürlich durfte auch der Gastauftritt des ominösen Mr. Blitz nicht fehlen, der vom Publikum gefeiert wurde.   

EMIL BULLS beschlossen das diesjährige Wassenrock Open Air. Die Band rund um Sänger und Gründungsmitglied Christoph von Freydorf versteht es, das Publikum gänzlich zu fesseln und zu begeistern. Mit den markanten Gitteraufbauten und reichlich Bühnen Haze erschuf die Band eine Möglichkeit für die ersten Reihen mal mehr und mal weniger präsent auf der Bühne zu agieren, während musikalisch ein Feuerwerk nach dem anderen gefeuert wurde – diesmal sogar wörtlich durch besagtes Feuerwerk unterstützt. Die Crowd vor der Bühne und bis zur letzten Reihe feierten die Münchener Metal Band und die letzten Akkorde des diesjährigen Wassenrock Open Airs.

Es gab im Publikum zahlreiche positive Stimmen über dieses familiäre Festival und die hervorragende Organisation, der wir uns nur anschließen können. Wer nicht dabei war, hat definitiv ein Highlight der Festival Landschaft in NRW und Ganz Deutschland verpasst.
Aber keine Sorge: Die 4. Auflage ist bereits angekündigt:
Am 03. Und 04.09.2027 könnt ihr unter anderem RAGE, Tri State Corner oder Phoenix Rising in Wassenberg erleben. Dennoch ist Eile geboten: Über 50% der Tickets sind bereits weg.
Wer zu einem Sold Out beitragen möchte, kann dies hier tun: TICKETS WASSENROCK 2027

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