Interviews

Vom Traum zum eigenen Festival

Am 18.04.2026 eröffnete das „Kill The Light“ Festival in Ilsenburg / Harz. In der Kulisse einer historischen Eisengießerei gaben sich fünf Szene Bands die Klinke in die Hand und lockten knapp 1000 Fans der düster-rockigen Musik in die Fürst Stolberg Hütte.

Nun gaben die Organisatorinnen des Festivals bekannt, dass es im kommenden Jahr eine weitere Ausgabe des Festivals geben wird. Markert euch daher schon einmal ganz dick den 18.04.2027 in euren Kalendern an!

Das Line-up sorgt im kommenden Jahr auch wieder für eine spannende Mischung aus der schwarzen Szene und liefert u.a. mit SOLAR FAKE und LACRIMAS PROFUNDERE schon 2 Gründe, um die Reise in den Harz anzutreten. 
Hier könnt ihr euch eure Tickets sichern. 

Um euch die Wartezeit bis zum Festival und weiteren News zu verkürzen, habe ich mit Caro und Jule aus dem Veranstaltungsteam gesprochen und ein paar spannende Fragen gestellt:

 

DuBu: In Zeiten, zu denen immer weitere Festival Veranstalter und Venues aufgrund der hohen Kosten und behördlichen Auflagen aufhören, habt ihr ein Zeichen gesetzt und ein neues Festival erschaffen. Wie kam es zu dieser mutigen Idee?

Caro: Ein Festival für die Schwarze Szene im Harz zu veranstalten und meine Lieblingsbands hierher zu holen, war schon viele Jahre ein Traum von mir. Gleichzeitig wusste ich: allein wird das nichts. Also habe ich immer wieder mit Leuten darüber gesprochen, und irgendwann hat’s geklappt, und ich hab Studio D4 kennengelernt! Wir haben uns in der Fürst Stolberg Hütte getroffen und es war sofort klar: das ist der Ort, das sind die Leute, jetzt oder nie!

Jule: Der „Mut“ war für uns weniger eine bewusste Entscheidung, sondern eher eine Konsequenz aus dem Wunsch, wieder etwas Eigenes zu schaffen. Die Idee kam ursprünglich von Caro, die eine sehr klare Vision hatte, wie das Festival aussehen sollte. Als sie damit auf uns zugekommen ist, war schnell klar, dass da mehr dahintersteckt. Natürlich sehen wir alle die aktuellen Herausforderungen – steigende Kosten, immer mehr Auflagen. Aber genau das hat uns eher motiviert zu fragen: Was braucht es, damit es trotzdem funktioniert? Und was fehlt uns selbst gerade? Am Ende war es die Kombination aus Caros kreativen Ideen und unserem Anspruch, diese auch wirklich umzusetzen. Wir wollten keinen klassischen Festivalrahmen kopieren, sondern bewusst etwas Eigenes schaffen – auch wenn das Risiko dazugehört.

 

DuBu: Ihr habt mit der ersten Auflage eures Festivals einen großartigen Erfolg feiern können. Doch was waren, rückblickend, für euch die größten Hürden, aber auch die schönsten Momente?

Caro: Ich hab sowas in dieser Größenordnung vorher noch nie gemacht und bin einfach losgepaddelt. Mein Ziel war, das bestmöglich Erlebnis für alle zu schaffen – sowohl für die Gäste als auch für die Bands. Deswegen gab es so viel Drumherum, und in allen Dingen steckte viel Herzblut und Arbeit. Wir haben immer gehofft, dass es sich auszahlt, dass die Leute tatsächlich mögen, was wir uns da ausgedacht haben. Aber dass es dann so ein krasser Erfolg wird, hätt ich mir nicht zu träumen gewagt. Schöne Moment gab es viele. Als Jule mir im Juli 25 ein Foto vom ersten unterzeichneten Vertrag geschickt hat, das war krass. Dann die weiteren Zusagen der Bands, das erste handgemachte Festival-Shirt in den Händen, die Tage vorm Event. Zu sehen, wie diese riesige Bühne in die Halle gebaut wird, alles akribisch vorzubereiten, die Vorfreude und Aufregung in der Luft. Der Tag selbst natürlich. Es war einfach alles perfekt, und dann dieses überwältigende Feedback! Tagelang haben wir unzählige Nachrichten bekommen, es hat gar nicht aufgehört. Gäste, Presseleute, Managements, Bands – sie alle haben uns die schönsten Komplimente geschickt. Ich bin wie auf Wolken gelaufen.

Jule: Auch wenn wir in der Vergangenheit bereits große und sehr komplexe Veranstaltungen sowie Festivals betreut haben, ist jedes Festival am Ende ein eigenes Projekt mit ganz individuellen Anforderungen. Genau das macht den Reiz aus – bringt aber auch jedes Mal neue Herausforderungen mit sich. Das „Kill the Light“ war da keine Ausnahme. Die größten Hürden lagen vor allem darin, viele Dinge neu zu denken und unterschiedlichste Gewerke so zusammenzubringen, dass am Ende alles ineinandergreift. Gerade in der Planungsphase gibt es immer wieder Punkte, an denen man merkt, wie viel Abstimmung und Flexibilität so ein Projekt verlangt. Umso schöner sind die Momente, in denen sich alles fügt – nicht nur am Festivaltag selbst, sondern auch schon im Prozess davor. Wenn aus einzelnen Ideen Schritt für Schritt ein stimmiges Gesamtbild entsteht und alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Und natürlich der Moment, in dem das Festival dann wirklich stattfindet und an sieht, dass das, was man sich lange erarbeitet hat, aufgeht – das ist jedes Mal etwas Besonderes.

 

DuBu: Gab es Momente, in denen ihr an eurer Entscheidung, ein Festival zu organisieren gezweifelt habt?

Caro: Ich nie. Auch wenn das echt anstrengende Monate waren, war ich die überwiegende Zeit davon super glücklich darüber, dass das alles wirklich passiert. „Bald geschafft“, hab ich in den Wochen vor der Veranstaltung allerdings öfters mal gedacht. Ich hatte überhaupt nicht auf dem Schirm, dass wir das nochmal machen!

Jule: Ja, die gab es zwischendurch auf jeden Fall – gerade mit Blick auf die Kosten. Für uns war aber klar, dass solche Zweifel Teil des Prozesses sind und eher zeigen, wie ernst man das Projekt nimmt. Wir haben uns davon nicht aufhalten lassen, sondern den Fokus behalten und konsequent weitergemacht.

 

DuBu: Was dürfen wir – soweit ihr es schon verraten dürft – bei der 2. Auflage erwarten?

Caro: Die Messlatte liegt natürlich hoch. Wir sind am 8. Mai in den Vorverkauf gegangen und haben innerhalb von zwei Tagen mehr als 100 Tickets verkauft. Das ist völlig unglaublich, weil die Leute ja überhaupt noch nichts wissen. Ich kann es manchmal gar nicht glauben, dass wir da was geschaffen haben, dass Menschen so schön fanden, dass sie unbedingt nochmal wiederkommen möchten. Wir haben im Nachgang eine Umfrage gemacht und richtig gute, konstruktive Anregungen bekommen, die wir im nächsten Jahr so gut es geht umsetzen möchten. Und natürlich beschäftigen wir uns intensiv mit dem Line-up. Mir ist besonders wichtig, dass es wieder stimmig ist. Das Motto bleibt: düster, tanzbar, energiegeladen, aber vielleicht reizen wir das Spektrum ein wenig mehr aus.

Jule: Viel können und wollen wir dazu aktuell noch nicht verraten. Klar ist aber, dass wir an das anknüpfen möchten, was die erste Auflage besonders gemacht hat – und gleichzeitig den nächsten Schritt gehen. Unser Ziel ist es, wieder einen unvergesslichen Tag zu schaffen – mit viel Liebe zum Detail, einem stimmigen Gesamtgefühl und Momenten, die in Erinnerung bleiben. Alles Weitere kommt zur richtigen Zeit.

 

DuBu: Wenn ihr einen Wunsch freihättet für die 2. Auflage – welcher wäre das?

Caro: Als wir neulich die Instagram-Community gefragt haben, welche Acts sie sich wünschen würden, fiel mit großem Abstand am häufigsten der Name Ville Valo. Das wär natürlich der Oberknaller, schließlich ist der Festival-Name allein eine Hommage an ihn. Vielleicht machen wir es so lange, bis wir ihn irgendwann nach Ilsenburg gelockt haben! 🙂 Mein größter Wunsch fürs nächste Mal ist aber, dass wir die Stimmung halten können. Wenn ich wieder den ganzen Tag lang nur in lächelnde Gesichter schaue und wieder alle so beseelt nach Hause gehen, das wär das allerschönste!

Jule: Natürlich wäre ein starker Vorverkauf ein großer Wunsch – im Idealfall sogar ein frühzeitiges Ausverkauft. Das gibt einem einfach Planungssicherheit und ein gutes Gefühl für alles, was danach kommt. Darüber hinaus gibt es auch noch ein paar Artists, die für mich persönlich ganz oben auf der Wunschliste stehen. Ob sich das realisieren lässt, wird sich zeigen. Am wichtigsten ist uns aber, dass am Ende alle – Besucher wie Künstler – einen unvergesslichen Tag erleben und genau dieses besondere Gefühl entsteht, das das Festival ausmacht.

 

So liebe Leute, damit der Wunsch des Teams in Erfüllung geht, ran an die Tickets.

Hier findet ihr das komplette Line-up für 2027:

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